Waldkirch

Member of the

Die Cittaslow Waldkirch Waldkirch ist eine Große Kreisstadt mit knapp 21.300 Einwohnern in Süddeutschland, am südwestlichen Rand des Schwarzwalds, im Dreiländereck zwischen Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Die Stadt liegt direkt am Fuß des 1.243 Meter hohen Kandels, der sich zum Teil auf Waldkircher Gemarkung befindet. Das Schwarzwaldtal – das Elztal –, in das die Stadt eingebettet ist, öffnet sich nach Westen hin in die Breisgauer Bucht. Die nächste große Stadt ist Freiburg im Breisgau in 15 Kilometern Entfernung. Frankreich und die Schweiz sind mit dem Auto in einer halben Stunde bis Stunde zu erreichen. Mehr als 60 Prozent des Stadtgebiets sind bewaldet. Seit der Gemeindereform in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts gehören zum Stadtgebiet vier ursprünglich eigenständige Dörfer mit einem je eigenen Profil. In Waldkirch-Buchholz (rund 2.800 Einwohner) im Westen der Stadt machen Wein- und Obstanbau den dörflichen Charakter des Orts aus. Fünf Winzer und mehrere Vollerwerbslandwirte sind in Buchholz angesiedelt. Waldkirch-Kollnau (rund 5.100 Einwohner) im Osten hat dagegen durch Industrie, Handel und Handwerk eine Prägung als Arbeiterdorf. Waldkirch-Siensbach (rund 810 Einwohner) ist landwirtschaftlich strukturiert. Suggental (rund 380 Einwohner), der Ort in einem kleinen Seitental gleichen Namens, verdankt sich historisch dem längst stillgelegten Silberbergbau, hat sich mit seiner Schwefelquelle aber auch als kleiner Badeort einen Namen gemacht. Die Kernstadt Waldkirch geht auf eine Klostergründung im Jahr 918 nach Christus zurück. Im Umkreis des Klosterareals siedelten sich nach und nach Menschen an.

Im Jahr 1300 nach Christus erhielt Waldkirch Stadtrecht vom Geschlecht der Schwarzenberger, deren Burg, die Kastelburg, bis heute als Ruine markant über der Stadt steht. Nach Aufgabe des Frauenklosters bezogen Augustiner Chorherren die Klostergebäude. Diesen Stiftsherren verdankt die Stadt ein barockes Gebäude- Ensemble rund um den Platz der Kirche St. Margarethen an der Stelle des ursprünglichen Klosters. Die Kirche des berühmten Barockbaumeisters Peter Thumb zieht als Kleinod Touristen an. Ein von Bürgerhäusern umstandener Marktplatz im Herzen der Stadt lädt mit seinen Restaurants und Cafés bei jedem Sonnenstrahl selbst im Winter zum Verweilen im Freien ein. Wer freilich von Westen in die Stadt einfährt, ahnt von diesem historischen Stadtzentrum mit viel Flair erst einmal nichts. An der Einfallstraße haben weltweit operierende Firmen mit langgestreckten Firmengebäuden ihren Sitz: die Firma Sick Sensor Intelligence und der Faltschachtelhersteller Faller. Weltweit ist auch die Waldkircher Hummel AG, ein Betrieb in der Sparte Elektrotechnik, tätig und die Firma Mack Rides, die Fahrgeschäfte für Freizeitparks in die ganze Welt liefert und Zulieferer für den bekannten Europapark im Rheintal ist.

bei allen Bürgern und nicht nur in den Arbeitskreisen das Bewusstsein gefördert wird, in einer Cittaslow / Slow City zu leben, mit besonderem Augenmerk auf die Jugend und Schulen und einer systematische Einführung der Geschmackserziehung. Städte, die der Slow City - Bewegung beitreten verpflichten sich: - Die Aktivitäten von Slow City an die Öffentlichkeit zu tragen und die eingesetzten Maßnahmen zur Erreichung der Ziele der Bewegung bekannt zu machen. - Unter Beachtung den typischen örtlichen Besonderheiten die Slow-City-Idee zu vertreten und einer Überprüfung durch die jeweiligen Beauftragten der Bewegung zuzustimmen, wobei die vorgegebenen Bewertungskriterien für die Aktivitäten respektiert werden müssen. Zusammen mit elf weiteren Cittaslow-Städten wurde Waldkirch im Jahr 2013 Gegenstand eines Forschungsprojekts des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Das Bundesministerium sieht in einer nachhaltigen Entwicklung von Städten und Gemeinden den Schlüssel dafür, dass auch nachfolgende Generationen eine lebenswerte Heimat und bewahrte Umweltqualitäten vorfinden. „Der Cittaslow-Ansatz scheint uns besonders geeignet, lokale Antworten auf globale Entwicklungen zu geben", schreibt Dr. Manfred Fuhrich, Referatsleiter im Bundesinstitut.

Die Untersuchungsergebnisse bestätigen den Forschungsansatz. Cittaslow sei ein tragfähiges Konzept im Sinn einer integrierten Stadtentwicklung. Der Ansatz stelle den "Ort mit Lebensqualität" in den Mittelpunkt und lenke den Blick auf die Potenziale in der Stadt. Eine nachhaltige Entwicklung mit dem Ziel einer hohen Lebens- und Aufenthaltsqualität für Bewohnerinnen und Bewohner und Gäste werde gefördert. Das Besondere an Cittaslow sei die Verknüpfung verschiedener Themenfelder wie Technologie, Ressourcen, Energie, Gastfreundschaft, Kultur, Landschaft, Regionalität, Ernährung. Damit gehe eine Selbstverpflichtung der Mitgliedstädte einher, sich nicht nur in einzelnen Bereichen zu engagieren, sondern die Cittaslow- Philosophie als Handlungsprinzip in Verwaltung und Bürgerschaft zu verankern. Gleichzeitig lasse Cittaslow Raum für die eigene Profilbildung, wie die verschiedenen und eben auch unterschiedlichen Cittaslow-Städte zeigten. Cittaslow übersteige ideologische und parteipolitische Grenzen und sei daher konsensfähig. Lebensqualität und Nachhaltigkeit würden so Ziele des ganzen Gemeinwesens. Das 5 Cittaslow-Konzept trage zu einer Schärfung des öffentlichen Bewusstseins und zu einem identitätsstärkenden Wir-Gefühl bei. Cittaslow zeige, dass kleinere Städte eine Scharnierfunktion zwischen dem ländlichen Raum und Großstädten hätten. Es liefere Denkanstöße, "um angesichts von Schrumpfungsdebatten über die Zukunftsfähigkeit von kleinstädtischem Leben, Wohnen und Arbeiten weiter nachzudenken".Seit 200 Jahren hat der Bau von Kirchen-, Dreh- und Jahrmarktsorgeln in Waldkirch Tradition. Fünf Orgelbauwerkstätten stellen in Waldkirch Instrumente her oder restaurieren; die Firma Jäger und Brommer exportiert ihre Kirchenorgeln bis nach Japan, China und Korea. Überregional attraktiv ist Waldkirch wegen seines Museums mit einem wertvollen Bestand an historischen Dreh- und Jahrmarktsorgeln. Das historische Stiftsgebäude, ein barocker Schlossbau aus dem 18. Jahrhundert, in dem das Museum untergebracht ist, bietet einen schmucken Rahmen für die Exponate. Der Naturerlebnispark lockt mit einer 180 Meter langen High-Speed-Röhrenrutsche, einem Baumkronenweg, einem Sinnesweg, einem Abenteuer- und einem Barfußpfad, dem Bootsverleih am Stadtrainsee und dem Schwarzwaldzoo kleine und große Besucher von nah und fern an. 2002 wurde Waldkirch als erste Stadt im Bundesland Baden-Württemberg (nach Hersbruck als zweite Stadt in Deutschland) in die "Internationale Vereinigung der lebenswerten Städte" – cittaslow – aufgenommen. Cittaslow steht für italienisch città 'Stadt' und englisch slow 'langsam'. Langsamkeit genießt nicht unbedingt einen guten Ruf. Waldkirch ist aber stolz darauf, als langsam zu gelten, und warum sollte eine Stadt auch nicht stolz darauf sein? Langsam ist in diesem Zusammenhang eher eine sinnbildliche Übersetzung für eine bewusste Lebensart. Hinter dem Wort cittaslow oder slow city verbirgt sich eine internationale Vereinigung der lebenswerten Städte mit fast 200 Mitgliedsstädten in 30 Ländern. Die Vereinigung wurde 1999 auf Initiative einiger italienischer Städte im italienischen Orvieto gegründet, die sich zuvor bereits der Slow- Food-Bewegung angeschlossen hatten. Doch bei Cittaslow steht nicht allein das Kulinarische im Vordergrund. Das Typische, das Eigene, Heimat, Kultur und die Pflege des Brauchtums gehören ebenso dazu wie der werterhaltende Blick auf Zukünftiges und die Schonung der Umwelt. Weltoffen und herzlich ist man in einer Cittaslow. Das gute, regionaltypische, genussreiche Essen hat dann selbstverständlich auch einen Platz. Entsprechend sind die Kerngedanken des Cittaslow-Prinzips eine nachhaltige Umwelt- und Infrastrukturpolitik, die Besinnung auf regionale Produkte und Kultur, die Pflege einer eigenen Identität, eine gute, lokal geprägte Esskultur und eine warmherzige Gastlichkeit.

Eine Slow City erkennt man daran, dass:

- eine Umweltpolitik gemacht wird, die als Zielsetzung die Erhaltung und die Förderung regionaler Besonderheiten und des städtischen Charakters hat, wobei Recyclingtechnik und Mehrwegsysteme bevorzugt gefördert werden;

- eine Politik der Infrastrukturen betrieben wird, die funktionell für die Aufwertung der Flächen und nicht für die reine Belegung sind; - Technologien zur Verbesserung der Umweltqualität und der Stadtstruktur eingesetzt werden;

- die Produktion und der Verbrauch von natürlich erzeugten und umweltverträglichen Lebensmitteln angeregt wird, unter Ausschluss von genmanipulierten Produkten. Ebenso sollen, falls nötig, eigene Schutzbeauftragte eingesetzt werden, falls die regionaltypische Produktion in Schwierigkeiten ist;

- die autochthonen (regionaltypischen) Produkte geschützt werden, die ihre Wurzeln in der Kultur und Tradition haben und die zur regionalen Besonderheit beitragen, wobei Flächen und Möglichkeiten zur Verfügung gestellt werden, um den direkten Kontakt zwischen Verbrauchern und Qualitätserzeugern zu fördern.

- die Qualität der Gastfreundschaft gefördert wird, als eine echte Verbindung mit der Gemeinschaft mit ihrer Besonderheit. Alle Hindernisse, die eine ausgedehnte Nutzung der städtischen Ressourcen beinträchtigen sollen aus dem Weg geräumt werden;

- bei allen Bürgern und nicht nur in den Arbeitskreisen das Bewusstsein gefördert wird, in einer Cittaslow / Slow City zu leben, mit besonderem Augenmerk auf die Jugend und Schulen und einer systematische Einführung der Geschmackserziehung.

Städte, die der Slow City - Bewegung beitreten verpflichten sich:

- Die Aktivitäten von Slow City an die Öffentlichkeit zu tragen und die eingesetzten Maßnahmen zur Erreichung der Ziele der Bewegung bekannt zu machen.

- Unter Beachtung den typischen örtlichen Besonderheiten die Slow-City-Idee zu vertreten und einer Überprüfung durch die jeweiligen Beauftragten der Bewegung zuzustimmen, wobei die vorgegebenen Bewertungskriterien für die Aktivitäten respektiert werden müssen.

Zusammen mit elf weiteren Cittaslow-Städten wurde Waldkirch im Jahr 2013 Gegenstand eines Forschungsprojekts des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Das Bundesministerium sieht in einer nachhaltigen Entwicklung von Städten und Gemeinden den Schlüssel dafür, dass auch nachfolgende Generationen eine lebenswerte Heimat und bewahrte Umweltqualitäten vorfinden. „Der Cittaslow-Ansatz scheint uns besonders geeignet, lokale Antworten auf globale Entwicklungen zu geben", schreibt Dr. Manfred Fuhrich, Referatsleiter im Bundesinstitut. Die Untersuchungsergebnisse bestätigen den Forschungsansatz. Cittaslow sei ein tragfähiges Konzept im Sinn einer integrierten Stadtentwicklung. Der Ansatz stelle den "Ort mit Lebensqualität" in den Mittelpunkt und lenke den Blick auf die Potenziale in der Stadt. Eine nachhaltige Entwicklung mit dem Ziel einer hohen Lebens- und Aufenthaltsqualität für Bewohnerinnen und Bewohner und Gäste werde gefördert. Das Besondere an Cittaslow sei die Verknüpfung verschiedener Themenfelder wie Technologie, Ressourcen, Energie, Gastfreundschaft, Kultur, Landschaft, Regionalität, Ernährung. Damit gehe eine Selbstverpflichtung der Mitgliedstädte einher, sich nicht nur in einzelnen Bereichen zu engagieren, sondern die Cittaslow- Philosophie als Handlungsprinzip in Verwaltung und Bürgerschaft zu verankern. Gleichzeitig lasse Cittaslow Raum für die eigene Profilbildung, wie die verschiedenen und eben auch unterschiedlichen Cittaslow-Städte zeigten. Cittaslow übersteige ideologische und parteipolitische Grenzen und sei daher konsensfähig. Lebensqualität und Nachhaltigkeit würden so Ziele des ganzen Gemeinwesens. Das 5 Cittaslow-Konzept trage zu einer Schärfung des öffentlichen Bewusstseins und zu einem identitätsstärkenden Wir-Gefühl bei. Cittaslow zeige, dass kleinere Städte eine Scharnierfunktion zwischen dem ländlichen Raum und Großstädten hätten. Es liefere Denkanstöße, "um angesichts von Schrumpfungsdebatten über die Zukunftsfähigkeit von kleinstädtischem Leben, Wohnen und Arbeiten weiter nachzudenken".